Erfolgreiche Teams nach Kompetenzen aufbauen.

In unserem Artikel erfahren Sie, wie man ein agiles Team nach Kompetenzen zusammenstellt, wie man die Weiterentwicklung der einzelnen Teammitglieder organisieren kann und warum ein agiles Team T-Shaped-Professionals benötigt.

Agile Teams zusammenstellen

Was versteht man unter einem agilen Team?

AGILE TEAMS ZUSAMMENSTELLEN

Ein agiles Team ist ein selbstorganisiertes und cross-funktionales Team, das über alle notwendigen Kompetenzen verfügt, um ein Produkt oder eine Dienstleistung von Anfang bis Ende (End-to-End) zu entwickeln. Da langfristige Planungen und Vorhersagen in einem komplexen Umfeld unmöglich sind, arbeiten agile Teams iterativ und inkrementell. Iterativ bedeutet, dass ein Produkt schrittweise entwickelt, getestet und ausgeliefert wird, um so früh wie möglich Kundenfeedback zu erhalten. Inkrementell bedeutet, dass das entwickelte Produkt nicht nur einmal, sondern laufend, nämlich am Ende jeder Iteration, ausgeliefert wird. Das Ziel eines agilen Teams ist es, zu jeder Zeit den maximalen Wert für das Unternehmen oder die Organisation zu schaffen. Die Arbeit eines agilen Teams kann mit verschiedenen agilen Frameworks, wie z.B. Scrum oder Kanban, organisiert werden.

Kompetenzen der Teammitglieder

AGILE TEAMS ZUSAMMENSTELLEN

Da ein agiles Team ein Produkt von Anfang bis Ende entwickeln soll, spielen die Kompetenzen der einzelnen Teammitglieder eine große Rolle. Diese müssen gut aufeinander abgestimmt sein und die gesamte, benötigte Bandbreite abdecken. Oft werden agile Teams nach Bauchgefühl oder Verfügbarkeit der Teammitglieder zusammengestellt. Dies führt aber nur selten zum Erfolg. Eine bessere Möglichkeit bietet die Team Competency Matrix aus dem Management 3.0 Framework.


Schritt 1

Im ersten Schritt werden die für die Entwicklung des Produkts benötigten Kompetenzen vom gesamten agilen Team zusammengetragen. Hierfür ist es hilfreich, wenn zumindest schon erste Anforderungen an das Produkt existieren, an denen sich das Team orientieren kann. Die Kompetenzen sollten weder zur grob, noch zu fein geschnitten sein. Für die meisten agilen Teams hat sich ein Umfang von ca. 8-12 Kompetenzen bewährt.


Schritt 2

Anschließend schätzt das gesamte Team die benötigten Kapazitäten für jede Kompetenz. Dabei wird zwischen den Leveln Expert und Practitioner unterschieden. Ein Expert ist eine Person, die über tiefgreifendes Wissen in einem bestimmten Bereich verfügt. Aufgaben, die diesen Bereich betreffen, kann sie ohne fremde Hilfe bewältigen. Außerdem ist sie in der Lage ihr Wissen an eine andere Person weiterzugeben und diese in einer Kompetenz zu schulen. Ein Practitioner ist eine Person, die über Wissen in einem bestimmten Bereich verfügt, das für die Bewältigung der meisten Aufgaben ausreicht. An der ein oder anderen Stelle benötigt sie allerdings Hilfe von einem Expert. Man sollte darauf achten, dass zumindest bei kritischen Kompetenzen genügend Experts und Practitioners im Team vorhanden sind, um Urlaube oder Krankheiten einzelner Teammitglieder abzufangen.

Schritt 3

Als nächstes schätzt jedes Teammitglied sein eigenes Level für jede Kompetenz selbst ein. Es ist wichtig, dass diese Einschätzung so ehrlich und realistisch wie möglich erfolgt, da die restlichen Teammitglieder sich auf diese Einschätzung verlassen müssen. Anschließend werden die vorhandenen Experts und Practitioners für jede Kompetenz summiert.


Schritt 4

Aus den benötigten Kompetenzen (aus Schritt 1) sowie der Summe der vorhandenen Kompetenzen (aus Schritt 3) kann jetzt der Bedarf für jede Kompetenz ermittelt werden.


Schritt 5

Im letzten Schritt werden konkrete Maßnahmen definiert, um den vorhandenen Kompetenzbedarf zu decken. Die erste Option ist es immer, die benötigte Kompetenz im vorhandenen Team aufzubauen. So kann sich z.B. ein Practitioner zu einem Expert oder ein Novice zu einem Practitioner weiterbilden. Schwierig wird es immer dann, wenn eine Kompetenz überhaupt nicht im Team verfügbar ist. In diesem Fall ist kein interner Know-How-Übertrag, z.B. durch Pair Working, möglich. Hier kann es notwendig sein, dass ein Teamitglied eine Schulung oder Weiterbildung besucht. Falls dies ebenfalls nicht möglich ist, bleibt nur noch die Aufnahme einer zusätzlichen Person in das Team, die über die fehlenden Kompetenzen verfügt. Dies sollte immer die letzte Option sein, da man versuchen sollte, ein agiles Team möglichst stabil zu halten. Jede Änderung an der Zusammensetzung eines Teams wird dazu führen, dass das Team in seiner Entwicklung einige Schritte zurückgeworfen wird. Die Maßnahmen zur Deckung des Kompetenzbedarfs sollten verbindlich festgehalten und zusammen mit der Arbeit an dem Produkt von dem agilen Team fest eingeplant werden.

Experts vs. T-Shaped Professionals

AGILE TEAMS ZUSAMMENSTELLEN

Experts

Ein Experte ist eine Person, die über ein tiefgreifendes Wissen in einem Bereich verfügt, aber nur ein sehr geringes oder gar kein Wissen in anderen Bereichen besitzt. Manchmal werden diese Personen auch als I-Shaped Professionals bezeichnet. Hat man ein Team, das vorwiegend aus Experten aus unterschiedlichen Bereichen besteht, so fällt es diesem Team oft schwer zusammenzuarbeiten, da sie nur über wenige oder gar keine Schnittmengen verfügen. Es ist ihnen daher kaum möglich, ein gemeinsames Verständnis von dem Produkt zu entwickeln und nicht nur kooperativ, sondern kollaborativ zusammenzuarbeiten. Genau dies ist aber eine wesentliche Voraussetzung für ein funktionierendes agiles Team.

T-Shaped Professionals

Ein T-Shaped Professional verfügt ebenfalls über Spezialwissen in einem Bereich, hat aber gleichzeitig auch Kenntnisse in anderen Bereichen, die ihm eine Mitarbeit dort ermöglichen. Besteht ein Team überwiegend aus T-Shaped Professionals, erleichtert dies die Zusammenarbeit im Team erheblich. Aufgaben müssen nicht länger von bestimmten Personen erledigt werden. Stattdessen können andere Teammitglieder einspringen oder eine Gruppe innerhalb des Teams kann die Aufgabe übernehmen. Das Team entwickelt ein gemeinsames Verständnis von dem Produkt und Ausfälle einzelner Personen können leichter vom Team aufgefangen werden. Die Team Competency Matrix kann übrigens nicht nur für die Identifizierung fehlender Kompetenzen, sondern auch für die Weiterentwicklung einzelner Teammitglieder von Experts zu T-Shaped Professionals verwendet werden.

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